Wo ein junger Park erwachsen wird

Zwischen dem Naturschutzgebiet der Weilbacher Kiesgruben und dem Wasserwerk Hattersheim liegt die „Wiese am Kastengrund“ – eine sich entwickelnde Parklandschaft im Regionalpark RheinMain. Auf rund zwölf Hektar entsteht hier ein moderner Landschaftspark, der landwirtschaftliche Geschichte, naturnahe Gestaltung und Erholung verbindet. Das Gelände wurde bis Mitte der 1990er Jahre von der Hoechst AG als Versuchsfeld genutzt und anschließend schrittweise renaturiert.

Vom Versuchsfeld zum Park

Nach Aufgabe der Agrarflächen begann die Umgestaltung zu einem offenen Landschaftsraum. Durch gezielte Pflanzungen von Baumgruppen und Hecken entstanden vielfältige Strukturen und Blickachsen, die den Charakter eines jungen englischen Landschaftsgartens prägen. Sanfte Geländemodellierungen und wechselnde Ausblicke machen den Ort zu einem lebendigen Beispiel zeitgemäßer Landschaftsarchitektur.

Das Nussbaumquartier als Mittelpunkt

Besonderes Highlight ist das „Nussbaumquartier“ am höchsten Punkt des Areals. Auf einem Platz, eingefasst von Natursteinmauern, wurden 28 Walnussbäume in strengem Raster gepflanzt. Die schattenspendenden Bäume schaffen einen einladenden Ort zum Verweilen und symbolisieren zugleich die Balance zwischen klarer Gestaltung und natürlichem Wachstum.

Kunst und Geschichte im Grünen

Ein historischer Farbrührer der ehemaligen Hoechst AG erinnert als industriegeschichtliches Kunstwerk an die frühere Nutzung der Flächen. Zusammen mit der Skulptur „Der Rabe am Kastengrund“ entsteht ein Ensemble, das den Wandel der Region erfahrbar macht. Die „Wiese am Kastengrund“ zeigt, wie aus einer Industrie- und Agrarlandschaft ein wertvoller, ökologisch vielfältiger Erholungsraum entstehen kann.