Rastplatz und Orientierungspunkt im Waldgebiet zwischen Langen, Egelsbach und Dreieich

Der Weiße Tempel im Koberstädter Wald bei Langen ist ein markanter Pavillon und beliebter Rastplatz im Waldgebiet zwischen Langen, Egelsbach und Dreieich. An einer Kreuzung mehrerer Schneisen gelegen, dient er Wandernden und Radfahrenden als Orientierungspunkt und geschützter Aufenthaltsort.

Historischer Pavillon im Koberstädter Wald

Vom Ernst-Ludwig-Schirm zum Weißen Tempel

Der im Volksmund als Weißer Tempel bezeichnete Bau trug ursprünglich den Namen Ernst-Ludwig-Schirm. Großherzog Ludwig III. ließ den Vorgängerbau um 1850 errichten, um an dieser Stelle im Wald einen wettergeschützten Rastplatz zu schaffen. Stürme setzten der ersten, schirmartigen Konstruktion stark zu, sodass sie Anfang des 20. Jahrhunderts ersetzt werden musste.

Neubau von 1906 und heutige Erscheinung

Im Jahr 1906 entstand an gleicher Stelle der heutige, wesentlich stabilere Pavillon. Seinen Namen verdankt der Weiße Tempel dem früheren weißen Anstrich, der inzwischen weitgehend verschwunden ist. Das Dach ruht auf einer massiven Holzkonstruktion und bietet Schutz vor Regen und Sonne. Rund um den Pavillon wird traditionell an Pfingsten ein Waldfest gefeiert, und der Platz lädt zu einer Pause während längerer Touren durch den Koberstädter Wald ein.

Koberstädter Wald und Koberstädter Kultur

Der Weiße Tempel liegt im weitläufigen Koberstädter Wald, dessen Wege in einem quadratischen Raster angelegt sind und sich stark ähneln. In diesem Waldgebiet finden sich zahlreiche Hügelgräber aus der Hallstattzeit. Die archäologischen Funde waren so bedeutend, dass die regionale Kultur den Namen Koberstädter Kultur erhielt. Der Pavillon am Schnittpunkt von Höllschneise und Langer Steinkautschneise ist damit nicht nur ein praktischer Rastplatz, sondern auch ein Ort mit historischem Bezug zur regionalen Geschichte.