Historische Gartenstadt-Siedlung und denkmalgeschütztes Villenquartier in Dreieich-Buchschlag

Die Villenkolonie Dreieich-Buchschlag ist ein einzigartiges Beispiel der Gartenstadtbewegung im Rhein-Main-Gebiet. Inmitten eines ehemaligen Forstgebietes entstand zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein großzügig angelegtes Villenquartier, das bis heute seinen besonderen Charakter aus weiten Gärten, viel Grün und architektonischer Vielfalt bewahrt hat.

Historische Entwicklung der Villenkolonie

Von der Idee zur Gartenstadt im Wald

Ausgangspunkt der Entwicklung war die Industrialisierung im späten 19. Jahrhundert, die in den Städten zu beengten und gesundheitlich belastenden Lebensverhältnissen führte. Der Frankfurter Kaufmann Jakob Latscha verfolgte die Vision, im Wald zwischen Neu-Isenburg und Sprendlingen eine Siedlung zu schaffen, die naturnahes Wohnen mit guter Verkehrsanbindung verbindet. 1904 wurde der Vertrag mit dem Landesherrn, Großherzog Ernst Ludwig von Hessen, geschlossen und die Planungen für die Kolonie im Wald begannen.

Architektur, Bebauungsplan und Denkmalensemble

Mit der Ausarbeitung des Bebauungsplans wurde der Architekt Friedrich Pützer beauftragt. Aus den ursprünglich eher bescheidenen Häusern wurden repräsentative Villen, die bis heute das Bild des Stadtteils prägen. Strenge Vorgaben zu Bauformen, Materialien, Farben und zur Gliederung der Straßenräume sorgten für ein geschlossenes Erscheinungsbild. Weitläufige öffentliche Flächen, große Gärten und eine lockere Bebauung bestimmen den Charakter der Siedlung, die inzwischen als Gesamtanlage aus geschichtlichen und künstlerischen Gründen unter Denkmalschutz steht.

Heutige Bedeutung und Besuchserlebnis

Heute gilt Buchschlag als gehobenes Wohnviertel der Stadt Dreieich und als herausragendes Beispiel einer historisch gewachsenen Villenkolonie. Ein Spaziergang durch die Straßen vermittelt einen Eindruck von der Gartenstadtidee mit ihren freistehenden Villen, altem Baumbestand und sorgfältig gestalteten Freiräumen. Informationstafeln und Angebote lokaler Akteure wie des Geschichtsvereins Buchschlag e.V. helfen dabei, die Geschichte und Besonderheiten des Quartiers zu verstehen. Die gute Erreichbarkeit mit der S-Bahn und die Lage im Grünen machen die Villenkolonie zu einem lohnenden Ziel für architektur- und stadtgeschichtlich Interessierte.