Eine Allee für den Apfelwein

Die Speierlingsallee in Hattersheim ist ein Beispiel für die aktive Gestaltung der Kulturlandschaft im Regionalpark RheinMain. Auf rund 700 Metern verbindet sie das „Nussbaumquartier“ mit der „Wiese am Kastengrund“ und dem „Obstbaumrondell“. Die Allee ist ein lebendes Denkmal für den seltenen Speierling (Sorbus domestica) und trägt dazu bei, diese regional bedeutsame Baumart zu erhalten.

Ein Baum mit Geschichte

Der wärmeliebende Speierling stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum und ist nördlich der Alpen selten. Im Rhein-Main-Gebiet hat er besondere kulturelle Bedeutung, da seine Früchte traditionell zur Verfeinerung von Apfelwein verwendet werden. Die Gerbstoffe der unreifen Früchte klären das Getränk, machen es haltbarer und verleihen ihm das typische, feinherbe Aroma des „Speierlings“.

Kulturerbe und Naturschutz

Da der Speierling in Hessen als potenziell gefährdet gilt, trägt die Anlage solcher Alleen entscheidend zu seinem Erhalt bei. Sie stehen für die Verbindung von landschaftlicher Gestaltung, regionaler Identität und Naturschutz. Im Jahresverlauf entsteht ein wechselndes Farbspiel aus Baumgrün und blühenden Wiesenstreifen, das die landschaftliche Achse betont.

Gestaltung mit Kunst und Weitblick

In der Sichtachse am Rand des Nussbaumquartiers bildet die Skulptur „Der Rabe“ von Thomas Reinelt einen markanten Abschluss der Allee. Dieses Zusammenspiel von Kunst und Natur ist typisch für den Regionalpark RheinMain. Die Speierlingsallee ist damit sowohl Spazierweg als auch Symbol für den nachhaltigen Umgang mit regionaler Landschafts- und Kulturgeschichte.