Senderruinen auf dem Heiligenstock
Aussichtsplattform auf dem ehemaligen Sender Heiligenstock
Die Hochebene des Heiligenstocks ist ein landschaftlich und kulturhistorisch herausragender Ort im Frankfurter GrünGürtel. Ausgedehnte Streuobstbestände mit vielen alten Kirschsorten, Angebote zur Umweltbildung wie das beliebte GrünGürtel-Windfest und nicht zuletzt die von Graffiti überzogenen bunten Sender-Ruinen machen den Heiligenstock unverwechselbar.

Mit einer 2026 errichteten Aussichtsplattform hat der Heiligenstock ein neues Highlight erhalten: Diese Plattform sichert und bekrönt die Ruine des ehemaligen Senderhauses. Von dort sind die weiten Blickbeziehungen zur Frankfurter Skyline und zum Taunushang noch eindrucksvoller erlebbar. Die auf dem Heiligenstock geschriebene Rundfunkgeschichte wird durch Bild- und Tonmaterial anschaulich gemacht. Über QR-Codes sind ausgewählte Sendebeiträge verfügbar – von dortigen Anfängen des Rundfunks Mitte der 1920er Jahre bis zur Verlegung des Senders Ende der 1960er Jahre, auch in einer kommentierten Fassung der Beiträge. Diese zeitgeschichtlichen Einblicke wurden von der Stadt Frankfurt in Zusammenarbeit mit dem Hessischen Rundfunk entwickelt.
Vor Ort sind weitere Zeugnisse der Rundfunkgeschichte erhalten, wie die Fundamente von Spannseilen für die Sendemasten und eines der beiden kleinen Peilhäuser, die in den 1990er Jahren rot und blau angestrichen wurden. Auch die Konturen des sogenannten „Blauen Häuschen“ bleiben weiterhin erkennbar, sie wurden mit blauen Stahlprofilen nachgebildet.
Streuobstwiesen sind ein wertvoller Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten. Der Heiligenstock ist eine uralte Kulturlandschaft und wird von einer bereits in römischen Zeiten entstandenen Handelsroute durchquert, dem „Eselsweg“. Die Aussichtsplattform macht diese einzigartigen Facetten des Heiligenstocks erlebbar und soll zugleich dazu beitragen, Verständnis für seine Qualitäten zu wecken und ökologisch sensible Bereiche zu entlasten.