Römerkastell Ober-Florstadt
Unsichtbares römisches Militärlager in der Wetterau
Das Römerkastell Ober-Florstadt liegt rund 2,5 Kilometer hinter dem Limes in der Wetterau. Von hier aus konnten römische Truppen die Täler von Nidda und Horloff überblicken und den Verkehr entlang der wichtigen Wege kontrollieren. Heute ist die Anlage Teil des UNESCO-Welterbes Obergermanisch-Raetischer Limes, im Gelände jedoch nicht mehr sichtbar.
Römisches Militärlager unter Ackerland
Aufbau und Funktion des Kastells
Das Kastell besaß einen annähernd quadratischen Grundriss und diente als Standort einer etwa 500 Mann starken Auxiliarkohorte. Die Mauerfundamente waren bis zu 2,25 Meter breit und etwa einen Meter tief in den Boden eingelassen. Sie bestanden aus örtlichem weißem Sandstein und wurden von einem umlaufenden Graben mit rund fünf Metern Breite und einem Meter Tiefe eingefasst. Von hier aus konnten die Soldaten das Umland überwachen und den Limes im Hinterland absichern.
Heutiger Zustand und Information vor Ort
Nach Abschluss der archäologischen Ausgrabungen wurde das Areal wieder eingeebnet und liegt heute als Ackerfläche im Gelände. Die baulichen Reste sind nicht mehr sichtbar. Eine Informationstafel vor Ort erläutert die Geschichte des Kastells und skizziert seine frühere Ausdehnung. Besucherinnen und Besucher erhalten so einen Eindruck von Größe und Bedeutung der Anlage, auch wenn keine Mauern mehr zu sehen sind.
Römerkastell an der Niddaroute
Das Römerkastell Ober-Florstadt liegt in der Nähe der Regionalpark Niddaroute und eignet sich als historischer Stopp bei einer Radtour durch die Wetterau. Die Kombination aus Landschaftserlebnis und Einblicken in die römische Grenzgeschichte macht den Ort zu einem interessanten Ziel für kulturhistorisch Interessierte. Vor Ort empfiehlt sich festes Schuhwerk, da der Zugang über Feldwege erfolgt und die Anlage selbst als Ackerfläche genutzt wird.