Wo einst Kurfürsten badeten

Der Park Bad Weilbach in Flörsheim ist eine denkmalgeschützte Parkanlage und Teil des Regionalparks RheinMain. Entstanden rund um die Schwefelquelle „Faulborn“, bietet der etwa zehn Hektar große Landschaftspark heute Ruhe und Erholung inmitten der Rhein-Main-Region. Die Quelle, deren Geruch nach faulen Eiern auf den Schwefelgehalt hinweist, wurde 1784 unter Kurfürst Friedrich Carl Joseph von Erthal erschlossen und war Ausgangspunkt einer kurzen Blütezeit des Kurbetriebs.

Vom Kurort zum Regionalpark

Im 19. Jahrhundert entwickelte sich Bad Weilbach zu einem beliebten Treffpunkt für Kurgäste, darunter Mitglieder des Adels und der Familie Rothschild. Ein gusseiserner Pavillon über dem Brunnen, das klassizistische Kurhaus von 1837 und die eindrucksvolle Platanenallee prägen bis heute das historische Bild der Anlage. Nach der Schließung des Kurbetriebs im Jahr 1911 verfiel der Park lange Zeit, ehe er ab 1996 durch die Stadt Flörsheim und die Regionalpark GmbH restauriert wurde.

Gartenkunst und Erholungsraum

Im Zuge der Sanierung wurden alte Strukturen wie Linden- und Ahornalleen, das Kastanienrondell und die großzügigen Festwiesen wiederhergestellt. Spaziergänger können die historischen Wege erkunden, den Baumbestand genießen oder das Damwildgehege besuchen. Herzstück des Parks ist der liebevoll restaurierte Schwefelbrunnen im Pavillon, dessen Wasser traditionell als Heilquelle galt.

Ein Ort der Ruhe und Geschichte

Heute ist der Park Bad Weilbach ein bedeutender Ankerpunkt der Regionalpark-Rundroute. Er verbindet Naturerlebnis, Gartendenkmalpflege und regionale Geschichte zu einem harmonischen Ganzen. Die Anlage lädt zum Verweilen, Entschleunigen und Entdecken ein – ein Ort, an dem die historische Parkkultur neu belebt wurde und die natürliche Atmosphäre wohltuend wirkt.