Restaurierter Eiskeller als seltenes Relikt historischer Kühltechnik

Im hinteren Teil des Kleinen Tannenwaldes in Bad Homburg verbirgt sich der restaurierte historische Eiskeller. Der größte Teil dieses seltenen Bauwerks liegt unter der Erde und macht sichtbar, wie Lebensmittel lange vor der Erfindung moderner Kühlschränke gekühlt wurden. Eingebettet in die Landgräfliche Gartenlandschaft ist der Eiskeller heute ein eindrucksvolles Zeugnis vergangener Alltagskultur.

Historischer Kühlschrank in der Landgräflichen Gartenlandschaft

Der Eiskeller liegt geschützt zwischen Bäumen und Sträuchern im hinteren Bereich des Kleinen Tannenwaldes, unweit des Weihers. In der warmen Jahreszeit wirkt der Hügel mit der runden Öffnung unscheinbar, doch im Inneren verbirgt sich ein kuppelförmiger Gewölbekeller. Hier wurden früher große Eisblöcke aus dem nahegelegenen Teich eingelagert, um Speisen und Getränke der Landgrafenfamilie zu kühlen.

Funktionsweise und Geschichte des Eiskellers

Im Winter schnitten Arbeiter dicke Eisblöcke aus dem gefrorenen Wasser und transportierten sie in den Eiskeller. Dort wurden sie mit Stroh und anderem isolierenden Material abgedeckt, damit die Kälte möglichst lange erhalten blieb. Trotz der aufwendigen Konstruktion herrschten im Sommer nur leichte Plusgrade, ausreichend jedoch, um Lebensmittel länger frisch zu halten. Der Eiskeller entstand vermutlich zwischen dem späten 18. und frühen 19. Jahrhundert und wurde ausschließlich für die Hofhaltung genutzt.

Teil eines besonderen Gartenensembles

Der Eiskeller ist Teil der Landgräflichen Gartenlandschaft in Bad Homburg und gehört zum Ensemble des Kleinen Tannenwaldes mit Teich, Inselkolonnade, Schweizerei und Meierei. Gemeinsam mit weiteren historischen Bauten und Gartenelementen vermittelt er einen Eindruck von der repräsentativen Gartenkultur der Landgrafenzeit. Führungen und besondere Aktionstage machen die Geschichte des Eiskellers und seiner Umgebung regelmäßig erlebbar.