Kostheimer Schleuse am Main
Verkehrsreiche Binnenschleuse und Industriekulturstandort bei Ginsheim-Gustavsburg
Die Kostheimer Schleuse bei Ginsheim-Gustavsburg ist eine der verkehrsreichsten Binnenschleusen im deutschen Wasserstraßennetz. Nur wenige Kilometer oberhalb der Mündung des Mains in den Rhein regelt sie den Wasserstand und ermöglicht den kontinuierlichen Schiffsverkehr auf einer der wichtigsten Ost-West-Verbindungen Europas.
Industriekultur am Main zwischen Rhein und Binnenhafen
Geschichte und Bedeutung der Staustufe Kostheim
Die Staustufe Kostheim wurde Anfang der 1930er Jahre im Stil der Neuen Sachlichkeit errichtet und 1933 in Betrieb genommen. Sie besteht aus zwei großen Schleusenkammern, die zu den längsten am Main zählen, und einem markanten Querbau, der den Fluss quert. Mit dem Ausbau des Mains zur Großschifffahrtsstraße und der Inbetriebnahme des Main-Donau-Kanals entwickelte sich die Schleuse zu einem zentralen Knotenpunkt im europäischen Binnenschifffahrtsnetz.
Technik, Schifffahrt und Landschaftserlebnis
Die Schleuse überwindet einen geringen, aber entscheidenden Höhenunterschied zwischen Main und Rhein. Über Stemmtore, Zahnräder und Ketten wird der Wasserstand reguliert, sodass Güterschiffe und Schubverbände sicher passieren können. Von den Wegen in der Umgebung bieten sich Einblicke in den Schleusenbetrieb, die Staustufe und die angrenzende Flusslandschaft. In Kombination mit einem Spaziergang oder einer Radtour entlang des Mains lässt sich hier Technikgeschichte mit Naturbeobachtung verbinden.
Einordnung in die Route der Industriekultur Rhein-Main
Die Kostheimer Schleuse ist Teil der Route der Industriekultur Rhein-Main und veranschaulicht die Entwicklung des Mains von einem regionalen Fluss zu einer bedeutenden europäischen Wasserstraße. In der näheren Umgebung liegen weitere Zeugnisse der Industrie- und Verkehrsgeschichte wie Brücken, Häfen und Bahntrassen, die sich gut zu einem thematischen Ausflug verbinden lassen.