Technik und Heilwasser an der Niddaroute erleben

Die Kohlensäurescheideanlage am Bad Vilbeler Römerbrunnen verbindet eindrucksvoll Naturphänomen und Technik. Direkt am Niddaufer erleben Besucher, wie das stark kohlensäurehaltige Heilwasser aus großer Tiefe an die Oberfläche tritt und für die Nutzung aufbereitet wird.

Artesische Quelle mit besonderer Dynamik

Vom Friedrich-Karl-Sprudel zum Römerbrunnen

In pulsierenden Stößen schießt das Wasser aus der artesischen Quelle des Bad Vilbeler Römerbrunnens aus rund 287 Metern Tiefe an die Erdoberfläche. Anders als bei einem Geysir wird das Wasser hier nicht durch Hitze angetrieben, sondern durch den natürlichen Druck in einer wasserführenden Schicht, die zwischen zwei undurchlässigen Gesteinshorizonten liegt. Das stark mineralisierte und kohlensäurehaltige Wasser wurde bereits Ende der 1920er Jahre erschlossen, um seinen hohen natürlichen Kohlensäuregehalt technisch zu nutzen.

Technik und Landschaft am Niddaufer

Vom Brunnenhaus auf der Seite des Dottenfelder Hofes wird das Mineralwasser in Rohren über eine Brücke über die Nidda direkt in die Kohlensäurescheideanlage geleitet. Im großen gelben Kessel, dem Scheidegefäß, wird die Kohlensäure vom Wasser getrennt und weiterverwendet. Das verbleibende Heilwasser tritt neben dem Gebäude aus und wurde früher im Kurhaus für Bäder genutzt. Heute lädt die inszenierte Anlage mit Sitzstufen und Bänken an der Uferböschung dazu ein, den stetigen, pulsierenden Wasserstrom und die rostfarbenen Spuren des eisenhaltigen Wassers auf dem Sandstein zu beobachten.

Erlebnisstation an der Niddaroute

Die Inszenierung der Kohlensäurescheideanlage wurde 2003 mit Unterstützung der Regionalpark-Gesellschaft eröffnet und 2007 um eine Besucherplattform ergänzt. Als Teil der Regionalpark Niddaroute ist der Standort ein beliebter Stopp für Radfahrende und Spaziergänger, die hier eine Pause einlegen und zugleich einen Einblick in die Nutzung der Bad Vilbeler Heilquellen erhalten. Informationstafeln erläutern die Geschichte des ehemaligen Friedrich-Karl-Sprudels und die Bedeutung des Römerbrunnens als ergiebige Heilquelle der Region.