Wärmeliebende Libellenart als Zeichen des Klimawandels an der Regionalpark Klimaroute

Die Feuerlibelle ist ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie sich Tierarten an veränderte klimatische Bedingungen anpassen und neue Lebensräume erobern. Entlang der Regionalpark Klimaroute zeigt dieser Erlebnispunkt, wie wärmere Temperaturen und veränderte Wasserverhältnisse die Verbreitung dieser Libellenart begünstigen und welche Lebensräume sie bevorzugt.

Feuerlibelle als Klimabote in unserer Region

Vom Gast zur heimischen Art

Die Feuerlibelle stammt ursprünglich aus wärmeren Regionen Südeuropas und Afrikas. Mit der Zunahme warmer und trockener Perioden hat sie sich schrittweise nach Norden ausgebreitet und in Deutschland stabile Populationen aufgebaut. Besonders flache, stehende Gewässer wie Tümpel, Teiche oder Altarme von Flüssen bieten ihr geeignete Bedingungen. Durch Sonneneinstrahlung erwärmen sich diese Gewässer stark und bleiben im Winter oft eisfrei, sodass sich die Larven am Boden und an Unterwasserpflanzen entwickeln können.

Lebensweise und Erkennungsmerkmale

Die Entwicklung von der Larve zur ausgewachsenen Libelle dauert in der Regel etwa ein Jahr, kann in sehr warmen Sommern aber schneller verlaufen. Weibchen sind meist gelblich bis braun gefärbt, während die Männchen mit zunehmendem Alter eine auffällige rote Färbung an Beinen und Körper ausbilden. Die Paarung erfolgt oft in wenigen Sekunden im Flug, die Eier werden anschließend direkt ins Wasser abgelegt. Als räuberische Insekten jagt die Feuerlibelle andere Kleintiere über und am Wasser und ist damit Teil eines empfindlichen ökologischen Gefüges.

Klimawandel und verschobene Lebensräume

Die Ausbreitung der Feuerlibelle macht sichtbar, wie sich Lebensräume und Artengemeinschaften durch den Klimawandel verändern. Arten, die Wärme bevorzugen, finden zunehmend geeignete Bedingungen in Mitteleuropa, während kälteangepasste Arten unter Druck geraten oder in kühlere Regionen ausweichen müssen. Der Erlebnispunkt an der Klimaroute lädt dazu ein, solche Veränderungen bewusst wahrzunehmen, Zusammenhänge zwischen Klima, Gewässern und Artenvielfalt zu erkennen und über zukünftige Entwicklungen nachzudenken.