Historische Quelle und Ursprung des Bieberbachs am Rand der Dreieicher Feldflur
Der „Grüne Born“ bei Götzenhain ist eine historische Quelle und der Ursprung des Bieberbachs im Süden des Rhein-Main-Gebiets. Nach Jahrzehnten galt die Quelle als verschollen, bis sie durch gezielte Nachforschungen und Grabungen wiederentdeckt und behutsam freigelegt wurde. Heute ist der Quellbereich mit einer Steinfassung und einem Geländer gesichert und über einen Feldweg nordöstlich des Dreieicher Stadtteils Götzenhain erreichbar.
Historische Quelle mit langer Überlieferung
Vom „Grunenburnen“ zum Grünen Born
Bereits im 13. Jahrhundert wird der „Grüne Born“ in einer Schenkungsurkunde unter dem Namen „Grunenburnen“ erwähnt. Über Jahrhunderte speiste die Quelle den Bieberbach, der durch mehrere Kommunen des Kreises Offenbach fließt und schließlich in die Rodau mündet. Mit der Zeit geriet der genaue Standort der Quelle in Vergessenheit, sodass sie in der lokalen Überlieferung als verschollen galt.
Wiederentdeckung und behutsame Freilegung
Angeregt durch historische Hinweise und alte Karten machte sich ein Heimatforscher auf die Suche nach dem Grünen Born. Vor Ort fand sich zunächst nur eine verwilderte Mulde, in der Sickerwasser ablief. In Zusammenarbeit mit Fachbehörden wurde der Bereich systematisch freigelegt. Dabei kamen Steine einer früheren Quellfassung zum Vorschein, die auf die historische Nutzung hinweisen. Heute ist die Quelle wieder sichtbar, die Steinfassung wurde instand gesetzt und ein Graben zur Wasserführung angelegt.
Ein stiller Ort am Rand der Feldflur
Der Grüne Born liegt am Rand der Feldflur bei Götzenhain, unweit des Weges „Am grünen Born“ und der Aussiedlerhöfe am Kirchborn. Eine kleine Informationstafel erläutert die Geschichte der Quelle und ihre Bedeutung für den Verlauf des Bieberbachs. Der Ort lädt zu einem kurzen Abstecher bei Spaziergängen oder Radtouren durch die Landschaft südlich von Dreieich ein und macht die Verbindung von Kulturgeschichte und Landschaftsentwicklung anschaulich erlebbar.