Vom Hammerwerk zur Papierfabrik an der Nidda

Die Geschichte der Papierherstellung in Nidda-Ober-Schmitten ist eng mit der Nutzung der Wasserkraft der Nidda verbunden. Entlang des Flusslaufs entstanden zahlreiche Mühlen, Schmieden und später Papiermühlen, aus denen sich im Zuge der Industrialisierung bedeutende Papierfabriken entwickelten.

Vom Hammerwerk zur Papiermühle

Waldschmieden und frühe Industrialisierung

In Unter- und Ober-Schmitten siedelten sich zunächst Waldschmieden an, die den örtlich vorkommenden Eisenerz nutzten. Die Hammerwerke wurden durch die Wasserkraft der Nidda angetrieben. Mit dem Niedergang dieser Eisenverarbeitung im 17. Jahrhundert entstanden auf den gleichen Standorten erste Papiermühlen, die das Wasser der Nidda sowohl als Energiequelle als auch als Rohstoff nutzten.

Entwicklung der Papierproduktion

Im 19. Jahrhundert wurden aus den handwerklich betriebenen Papiermühlen industrielle Papierfabriken. Anstelle moderner Zellulose nutzte man zunächst Lumpen und Stoffreste, sogenannte Hadern, die in Stampf- und Mahlwerken zu einem wasserhaltigen Faserbrei verarbeitet wurden. Vor Ort erinnern heute Ausstellungsstücke unterschiedlicher Mahlwerke an diese frühe Technik der Papierherstellung und machen die Entwicklung des Gewerbes anschaulich.

Unternehmerfamilien und Bedeutung für den Ort

Verschiedene Betreiberfamilien prägten im Lauf der Zeit die Papierproduktion in Ober-Schmitten, darunter die Familie Mattfeld. Ein repräsentatives Grabdenkmal aus dem frühen 19. Jahrhundert zeugt vom Wohlstand dieser Unternehmer. Die Papierindustrie wurde zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor für den Stadtteil und die Region; zahlreiche weitere Betriebe entstanden im Umfeld der Papierfabriken und profitierten von deren Entwicklung.