Bunker Ilbenstadt – Zeitzeugnis des Kalten Krieges
Ehemalige Abschnittsführungsstelle für Zivil- und Katastrophenschutz bei Niddatal
Der Frankfurter Bunker Ilbenstadt nordöstlich von Frankfurt am Main ist ein eindrucksvolles Relikt aus der Zeit des Kalten Krieges. Die unterirdische Anlage wurde als Abschnittsführungsstelle für den Zivil- und Katastrophenschutz geplant und bietet heute Besucherinnen und Besuchern einen authentischen Einblick in die Sicherheitsarchitektur jener Epoche.
Geschichte und Bedeutung des Bunkers
Entstehung in den 1960er Jahren
Der Bau des Bunkers bei Niddatal-Ilbenstadt begann im Jahr 1965. Geplant war eine Kommandozentrale, von der aus im Krisenfall der Zivil- und Katastrophenschutz für den Raum Frankfurt gesteuert werden sollte. Am 5. Mai 1970 wurde die Anlage an die Stadt Frankfurt übergeben. Sie war so ausgelegt, dass bis zu 92 Personen für rund 30 Tage vollständig autark von der Außenwelt überleben konnten.
Aufbau und technische Ausstattung
Die mehrstöckige Anlage verfügt über eigene Wasser- und Stromversorgung, Klimaanlagen, Sanitärbereiche, einen medizinischen Bereich, einen Dekontaminationsbereich sowie eine Küche. Schwingend gelagerte Bereiche im Inneren sollten die Auswirkungen von Erschütterungen, etwa durch eine nahe Kernwaffenexplosion, abmildern. Damit ist der Bunker ein anschauliches Beispiel für die technische Planung von Schutzbauwerken im Kalten Krieg.
Heutige Nutzung als Dokumentationsort
Heute wird der Bunker vom Verein Bunker Ilbenstadt e.V. betreut und im Rahmen von Führungen zugänglich gemacht. Besucherinnen und Besucher erhalten vor Ort Hintergrundinformationen zur Entstehungsgeschichte, zur Funktion der Anlage und zur sicherheitspolitischen Situation der 1960er und 1970er Jahre. So wird der Bunker Ilbenstadt zu einem Lernort, an dem Geschichte und Technik des Zivilschutzes anschaulich vermittelt werden.