Geführte Einblicke in roten Tuffstein, Industriekultur und artenreiche Natur

Der Steinbruch Michelnau bei Nidda ist ein außergewöhnliches Industrie- und Naturdenkmal im Vogelsberg. Das ehemalige Abbaugelände des roten Tuffsteins zeigt eindrucksvoll, wie sich Geologie, Industriekultur und eine artenreiche Flora und Fauna zu einem besonderen Erlebnisort verbinden.

Geologie und Geschichte des roten Michelnauer Steins

Einzigartiges Gestein im Vogelsberg

Der Steinbruch Michelnau liegt im größten zusammenhängenden Basaltgebirge Mitteleuropas, dem Vogelsberg. Anders als der blaugraue Basalt der Umgebung entstand der rote Michelnauer Stein aus vulkanischen Schlacken. Farbe und Struktur des Gesteins sind in Europa eine Besonderheit und machen den Steinbruch zu einem bedeutenden Geotop.

Industriekultur im ehemaligen Abbaugebiet

Seit dem 19. Jahrhundert wurde der Michelnauer Stein in Blöcken gewonnen und zunächst vor allem für Backöfen, später auch im Hausbau und für Steinmetzarbeiten genutzt. Im Steinbruch sind noch heute Spuren der Abbaugeschichte sichtbar, darunter die große Steinschrämsäge, der Holz-Derrick-Kran, Gebäude und Arbeitsgeräte. Sie veranschaulichen die technische Entwicklung im Steinabbau bis zum Ende des gewerblichen Betriebs gegen Ende des 20. Jahrhunderts.

Lebendiges Biotop und geführte Rundgänge

Nach der Stilllegung hat sich der Steinbruch zu einem vielfältigen Lebensraum entwickelt. Trockenstandorte, Felswände und vegetationsreiche Bereiche bieten spezialisierten Pflanzen und Tieren geeignete Bedingungen. Der Verein „Freunde des Steinbruchs Michelnau e.V.“ macht das Gelände im Rahmen geführter Rundgänge zugänglich. Während der etwa zweistündigen Führungen werden Geologie, Natur und Industriekultur erläutert, und ausgewählte Maschinen werden vorgeführt.