Teil der Turmtour

Die Weilbacher Kiesgruben bei Flörsheim

Die Weilbacher Kiesgruben bei Flörsheim gelten als Musterbeispiel für eine nachhaltige Kulturlandschaftsentwicklung. Bis Ende der 1970er Jahre wuchs hier durch den Kiesabbau eine wüste Kraterlandschaft. Heute findet man ein rund 150 Hektar großes Gebiet mit Besuchereinrichtungen sowie großflächigen Feuchtbiotopen und Offenlandschaften, die sich frei entwickeln dürfen. Vieles lässt sich zu Fuß oder per Rad erkunden. Die Regionalpark-Rundroute führt mitten hindurch.

Landschaft im Umbau: Hier wächst ein einmaliges Gebiet für Naturschutz und Erlebnis

Abwechslungsreiche Natur mit großer Vielfalt an Tieren und Pflanzen

Über das weitläufige Gelände verteilt wechseln sich heute trockene Hügel mit Wasserflächen, Feuchtgebieten und kleinen Wäldern ab. Zusammen bieten sie Lebensraum für eine erstaunliche Artenvielfalt. Herzstück des Gebiets ist das 58 Hektar große Naturschutzgebiet rund um den Silbersee. Hier findet man auch Tierarten, die andernorts keine Chance mehr haben. Neben Lurchen, Schmetterlingen, wärmeliebenden Insekten und einer erstaunlichen Vielfalt an Libellen finden auch bedrohte Vogelarten wie der Flussregenpfeifer und der Steinschmätzer ideale Bedingungen. Für aufmerksame Beobachter gibt es viel zu entdecken.

Einladung zum Entdecken und Genießen für Klein und Groß

Ein Netz aus Wander- und Radwegen erschließt das Gebiet und lädt zu Erkundungstouren ein. Im Zentrum befindet sich das Regionalpark Portal mit dem Besucherzentrum, dem Naturschutzhaus und dem 41 Meter hohen markanten Aussichtsturm mit tollem Fernblick. Ein Spielplatz und das Gasthaus „Zum Wilden Esel“ machen den Ort zu einem beliebten Familienziel. Etwas entfernt stehen Wildesel, die dem Restaurant seinen Namen geben. Die Ziegen, die zeitweise Hügel und Wiesen beweiden, kommen auch einmal an den Zaun, um kleinen und großen Besuch zu begutachten. Von Aussichtsplattformen aus kann man in Ruhe den Blick über die Sumpfgebiete, Seen und die sich immer weiterentwickelnde Landschaft im Naturschutzgebiet schweifen lassen.

Erfolgsrezept der gelungenen Landschaftsentwicklung

In den Weilbacher Kiesgruben wurde beispielhaft gezeigt, wie Rohstoffabbau mit Natur- und Landschaftsschutz Hand in Hand gehen können. Der Kiesabbau, die Wiederverfüllung der ausgebaggerten Gruben und die Wiederherstellung der Landschaft laufen hier parallel. Ermöglicht wurde dies durch die Gründung der Gesellschaft zur Rekultivierung der Kiesgrubenlandschaft Weilbach (GRKW) im Jahr 1980, die Einnahmen aus dem Kiesabbau zur Finanzierung der Rekultivierung der Flächen nutzt. Für jeden ausgebaggerten Abschnitt sichert ein Rekultivierungsplan dessen Rückführung an die Natur. So entstand und entsteht Stück für Stück eine Landschaft, die sich stetig wandelt, Lebensräume schafft und zum Beobachten und Genießen einlädt.