Wo Jugendstil auf Dampfmaschine trifft

Die Wasserwerksallee in Hattersheim ist ein geschütztes Natur- und Kulturdenkmal. Die etwa zwei Kilometer lange Chaussee mit historischem Kopfsteinpflaster führt zum 1909 errichteten Wasserwerk und ist heute für den Autoverkehr gesperrt.

Ein historisches Ensemble aus Natur und Technik

Die Allee wird von über 100 Jahre alten Winterlinden (Tilia cordata) gesäumt, deren Kronen ein geschlossenes Blätterdach bilden. Als vorausschauendes Beispiel historischer Landschaftsplanung dient sie heute als Vorbild für viele neuere Alleen im Regionalpark RheinMain. Ihre durchgehende Linie wird lediglich durch die Bahnstrecke Frankfurt-Wiesbaden unterbrochen.

Architektur im Wandel der Zeit

Am Ende des Weges steht das von Architekt Hans Dasen entworfene Wasserwerk Hattersheim. Der Bau gilt als wichtiges Zeugnis der Industriearchitektur und verbindet Elemente des Heimatstils mit dem Jugendstil. Er wurde ursprünglich errichtet, um die wachsende Stadt Frankfurt und umliegende Gemeinden mit Trinkwasser aus dem Main-Taunus-Vorland zu versorgen.

Technikdenkmal und heutige Nutzung

Heute wird das Werk von der Hessenwasser GmbH & Co. KG als Ausfallreserve zur Sicherung der Versorgung betrieben. Im Inneren befindet sich mit einer Dampfmaschine aus dem Jahr 1927 ein beeindruckendes technisches Denkmal. Als Teil der Regionalpark-Rundroute ist die Wasserwerksallee ein beliebtes Ziel für Spaziergänge und Radtouren, das Naturerlebnis und Industriegeschichte verbindet.