Ein Denkmal für die Industrie- und Agrargeschichte

Am westlichen Ortsrand von Hattersheim verbindet das Obstbaumrondell Siedlung und Landschaft zu einem harmonischen Ganzen. Die rund 100 Meter große Anlage ist Teil des Regionalparks RheinMain und erinnert an die landwirtschaftlichen Versuchsflächen der ehemaligen Hoechst AG, die hier einst Obstplantagen betrieb. Heute bietet das Rondell einen besonderen Ort der Ruhe und ein anschauliches Beispiel für die Verbindung von Natur, Geschichte und Gestaltung.

Ein Kreis aus Obstbäumen

Das Rondell besteht aus drei konzentrischen Ringen: Im Inneren wachsen 16 Birnbäume, umgeben von 28 Apfelbäumen, während ein äußerer Kranz aus Beerensträuchern das Ensemble abschließt. Diese klare Gliederung symbolisiert die Vielfalt und den Forschungsgeist, der die Region prägte. Besonders im Frühling und Herbst entfaltet das Obstbaumrondell mit Blüte und Ernte seinen besonderen Reiz.

Industriegeschichte im Zentrum

Im Mittelpunkt steht ein auffälliges Relikt der Industriekultur – ein ausgedientes Farbrührgerät der Hoechst AG. Es erinnert an die Geschichte des Unternehmens, das 1863 als „Theerfarbenfabrik Meister, Lucius & Co.“ gegründet wurde. Mit der Herstellung synthetischer Farben wie Alizarin, dem berühmten roten Farbstoff, begann der Aufstieg des Werks zur „Rotfabrik“ und prägte die Region über Generationen.

Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart

Das Denkmal im Zentrum schlägt den Bogen von der industriellen Vergangenheit zur heutigen Kulturlandschaft. In Sichtweite steht noch ein Fabrikschlot des Industrieparks Hoechst als sichtbare Erinnerung an diese Epoche. Das Obstbaumrondell fügt sich als Teil der Regionalpark-Rundroute in das Ensemble aus „Speierlingsallee“ und „Wiese am Kastengrund“ ein und verbindet so Naturerlebnis, Geschichte und regionale Identität.