Wo Natur und Industrie sich die Hand geben

Die Weilbacher Kiesgruben bei Flörsheim sind ein Musterbeispiel für gelungenen Strukturwandel und eines der wichtigsten Projekte im Regionalpark RheinMain. Wo bis in die 1970er Jahre eine verwüstete Abbaulandschaft entstand, findet sich heute ein rund 150 Hektar großes Gebiet aus rekultivierten Flächen, Feuchtbiotopen und Offenlandschaften. Grundlage des Erfolgs war 1980 die Gründung der Gesellschaft zur Rekultivierung der Kiesgrubenlandschaft Weilbach (GRKW), die den laufenden Kiesabbau zur Finanzierung der Wiederherstellung nutzt.

Naturschutzgebiet mit großer Vielfalt

Das 58 Hektar große Naturschutzgebiet bildet das Herzstück der Anlage. Trockene Hügel wechseln sich mit Wasserflächen und Feuchtgebieten ab und schaffen dadurch eine außergewöhnliche Artenvielfalt. Hier leben bedrohte Tierarten wie der Flussregenpfeifer, der Steinschmätzer und zahlreiche Libellenarten. Auch wärmeliebende Insekten finden in der geschützten Landschaft ideale Bedingungen.

Erholung, Bildung und Naturerlebnis

Ein Netz aus Wander- und Radwegen erschließt das Gebiet, ohne sensible Bereiche zu stören. Aussichtstürme bieten Ausblicke auf Seen, Wildesel und die dynamische Landschaft. Informationstafeln entlang der Wege erklären Naturprozesse und Geschichte des Geländes. Im Zentrum befindet sich das Regionalpark Portal mit Besucherzentrum, Naturschutzhaus und dem 41 Meter hohen Aussichtsturm. Spielplatz und das Gasthaus „Zum Wilden Esel“ machen den Ort zu einem beliebten Familienziel.

Nachhaltige Landschaftsentwicklung

Die Weilbacher Kiesgruben verbinden aktiven Rohstoffabbau mit Natur- und Landschaftsschutz. Jeder neue Abschnitt wird mit einem Rekultivierungsplan wiederhergestellt. So entsteht eine Landschaft, die sich stetig wandelt, Lebensräume schafft und Erholung ermöglicht. Das Gebiet gilt als Vorbild für nachhaltige Kulturlandschaftsentwicklung im Regionalpark RheinMain.