Kulturdenkmal bei Kesselstadt

Die Kirche im Fluss ist ein Denkmal für das ehemalige Laufwasserkraftwerk Kesselstadt am Main zwischen Maintal-Dörnigheim und Hanau-Kesselstadt. Das markante Bauwerk prägte mit Turm und längsschiffiger Halle fast sieben Jahrzehnte lang die Flusslandschaft, bevor es Ende der 1980er Jahre abgerissen wurde. Heute erinnert das erhaltene Glockenrad mit Überdachung an die Geschichte der Wasserkraftnutzung an diesem Abschnitt des Mains.

Industriekultur am Mainufer

Vom Kraftwerk zum Denkmal

Das ursprüngliche Wasserkraftwerk Kesselstadt wurde 1921 als eines von drei baugleichen Laufwasserkraftwerken am Untermain in Betrieb genommen. Eine Besonderheit war der Turbinenpfeiler mit Maschinenhaus, der längs im Fluss stand und dem Gebäude sein kirchenähnliches Erscheinungsbild verlieh. Mit dem Bau eines neuen Wasserkraftwerks an der Kesselstädter Schleuse verlor die Anlage ihre Funktion, diente noch einige Zeit als Reserve und wurde schließlich 1988 teilweise abgebrochen und 1989 vollständig gesprengt.

Erinnerungsort an die Energiegeschichte

Ein Laufwasserkraftwerk nutzt die Strömung des Flusses, um Turbinen anzutreiben, die über Getriebe Generatoren mit Energie versorgen. Am Standort der Kirche im Fluss zeugen heute das Glockenrad der ehemaligen Turbinenwelle und eine Informationstafel von der einstigen Anlage. Der Ort liegt direkt an der Regionalpark Rundroute und bietet Spaziergängern und Radfahrern einen Einblick in die Geschichte der Energiegewinnung am Main.

Rastplatz am Main zwischen Maintal und Hanau

Das Denkmal befindet sich am nördlichen Mainufer zwischen Maintal-Dörnigheim und Hanau-Kesselstadt in unmittelbarer Nähe des Flussradwegs. Sitzgelegenheiten und der freie Blick auf den Main machen die Kirche im Fluss zu einem attraktiven Zwischenstopp auf Touren entlang des Flusses. Der Standort verbindet Industriekultur, Landschaftserlebnis und regionale Geschichte auf engem Raum.