Vogelzug, Klimawandel und Flusslandschaften am Main

Zugvögel sind auf intakte Flusslandschaften angewiesen. Der Klimawandel verändert diese Lebensräume spürbar und wirkt sich entlang der gesamten Zugrouten aus. Die Station „Flussvögel“ der Klimaroute macht diese Zusammenhänge sichtbar – vom Main bis zum Kızılırmak.

Vögel im Wandel des Klimas

Lebensräume entlang der Flüsse

Die Station „Flussvögel“ der Klimaroute macht sichtbar, wie eng das Leben der Vögel mit Flüssen und Feuchtgebieten verknüpft ist. Entlang des Mains und in den Vogelschutzgebieten wie dem Schultheis-Weiher rasten zahlreiche Arten auf ihrem Zug in die Winterquartiere. Das auf einem ehemaligen Strommast errichtete Vogelnest erinnert daran, dass Flüsse nicht nur Verkehrsadern, sondern auch sensible Lebensräume sind.

Auswirkungen des Klimawandels

Wärmere Durchschnittstemperaturen verändern das Nahrungsangebot der Vögel und verschieben Brutzeiten. Extremere Wetterereignisse wie Stürme und Starkregen erschweren den Vogelzug und können Brutplätze zerstören. Auch am türkischen Partnerfluss Kızılırmak zeigt sich dieser Wandel deutlich: Im weitläufigen Delta mit Dünen, Sümpfen, Feuchtwiesen, Wäldern und Flachwasserseen nehmen Wasserverschmutzung und Wetterextreme zu. Fremde Arten breiten sich aus und verdrängen heimische Vögel, während gewohnte Biorhythmen aus dem Gleichgewicht geraten.

Partnerfluss Kızılırmak und Symbol für Vogelschutz

Der Kızılırmak entspringt im ostanatolischen Hochland und mündet ins Schwarze Meer. Sein Delta bietet über 300 Vogelarten Lebensraum und Rastplätze. Die Station der Klimaroute stellt diese Verbindung her und macht deutlich, dass Veränderungen an einem Fluss weitreichende Folgen für Zugvögel entlang ihrer gesamten Route haben können. Das Vogelnest auf dem ehemaligen Strommast ist zugleich Rastplatz und Symbol für den Schutz der Flusslandschaften, die Vögeln weltweit als Rückzugsräume dienen.