Quellgebiet der Bieber mit seltenen Sauergräsern und römischer Geschichte

Das Naturdenkmal Kirchborn bei Dreieich-Götzenhain ist ein kleinräumiges, aber ökologisch bedeutsames Quellgebiet des Flüsschens Bieber. Auf rund 3.500 Quadratmetern hat sich hier ein feuchtes Biotop entwickelt, das seltenen Sauergräsern und zahlreichen Tierarten einen geschützten Lebensraum bietet.

Quellgebiet der Bieber und geschütztes Feuchtbiotop

Lebensraum für großwüchsige Seggen

Das Gebiet Kirchborn ist flächig versumpft und damit ideal für großwüchsige Seggen und andere Sauergräser. Die Pflanzen wachsen in charakteristischen Horsten, die wie kleine Inseln in der nassen Fläche stehen. Um diesen besonderen Lebensraum zu erhalten, werden Gehölze wie Weiden, Holunder und Brombeeren regelmäßig zurückgeschnitten, damit genügend Licht auf die Seggenbestände fällt.

Römische Spuren in der Landschaft

In unmittelbarer Nähe des Quellbereichs wurden ein römischer Kalkbrennofen und die Reste eines Gutshofes, einer sogenannten Villa rustica, nachgewiesen. Der Hof war nach archäologischen Erkenntnissen vom 2. bis ins 3. Jahrhundert nach Christus bewohnt und wurde vermutlich mit dem Rückzug der Römer aus dem Limesgebiet aufgegeben. Damit verbindet das Naturdenkmal Kirchborn naturschutzfachliche Bedeutung mit einem Einblick in die Siedlungsgeschichte der Region.

Ruhiger Naturerlebnisort zwischen Dietzenbach und Götzenhain

Das Quellgebiet liegt zwischen Dietzenbach und dem Dreieicher Stadtteil Götzenhain am Rand von Feldern und Wald. Abseits der großen Verkehrswege bietet der Kirchborn einen stillen Ort, um die typische Feuchtwiesenvegetation, alte Bäume und die Quellbereiche der Bieber zu beobachten. Besucherinnen und Besucher sollten auf den Wegen bleiben und die empfindlichen Nassbereiche nicht betreten, damit die seltenen Pflanzen und Tiere langfristig geschützt bleiben.