Historischer Brunnen und Erlebnisort an der Gründau

Der Bachtanz in Langenselbold ist ein kunstvoll gestalteter Brunnen an der Gründau, der ein wichtiges Stück Ortsgeschichte lebendig hält. Die tanzende Figur erinnert an den historischen Brauch, bei dem die Bewohnerinnen und Bewohner zum Jahrestag durch den Bach tanzten und damit an einen besonderen Moment des Widerstands gegen die damalige Obrigkeit erinnern.

Historischer Hintergrund des Bachtanzes

Aufstand und Tradition an der Gründau

Im 15. Jahrhundert verweigerten die Selbolder Bauern den Grafen von Isenburg geforderte Zahlungen. Überlieferungen berichten, dass herbeigerufene Truppen zwar das Dorf angriffen, letztlich aber von den mit einfachen Werkzeugen bewaffneten Bauern zurückgeschlagen wurden. Aus Freude über den unerwarteten Erfolg tanzten die Frauen in der Gründau. Aus diesem Ereignis entwickelte sich der Brauch des jährlichen Bachtanzes, der bis heute an die damaligen Geschehnisse erinnert.

Kunstwerk und Erlebnisort im Regionalpark

Der Brunnen mit der tanzenden Figur wurde vom Künstler Martin Werthmann gestaltet und ist Teil der Regionalparkroute an der Gründau. Er liegt in der Mitte von Langenselbold und markiert einen wichtigen Punkt der geplanten Regionalpark-Route „Bettenstraße“. Entlang der Gründau wurden mehrere Attraktionspunkte geschaffen, die das Zusammenspiel von Bachlauf, Ortsgeschichte und moderner Freiraumgestaltung erlebbar machen.

Einbindung in die Bachlandschaft

Die Renaturierung der Gründau auf Langenselbolder Gemarkung hat den Bachlauf wieder naturnäher gestaltet. Besucherinnen und Besucher erleben hier ein Wechselspiel aus dörflicher und städtischer Umgebung, Wiesen und Auen sowie verschiedenen Aufenthalts- und Spielbereichen am Wasser. Der Bachtanz fügt sich als künstlerischer und historischer Akzent in diese Landschaft ein und lädt dazu ein, die Geschichte des Ortes mit einem Spaziergang entlang des Baches zu verbinden.